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Meine Katze saß direkt neben dem Kratzbaum und kratzte trotzdem am Sofa. Bis mir eine Freundin etwas zeigte das alles veränderte.

„Das Problem war nicht, dass Luna kratzt. Das Problem war, dass sie in der ganzen Wohnung kein einziges Objekt hatte, das ihr mehr geben konnte als mein Sofa."

Veröffentlicht: 3.Mai.2026 - Sabine Müller

Ich erinnere mich noch genau an den Moment.

Der alles auf den Punkt gebracht hat.

Meine Schwester kam zu Besuch, zum ersten Mal seit Monaten. Ich hatte die Wohnung geputzt, gebacken, alles hergerichtet. Und dann klingelte es, ich öffnete die Tür, und sie trat ins Wohnzimmer.

Ihr Blick ging sofort zum Sofa. Nicht zu mir. Zum Sofa.

 Die Armlehne links. Die Ziehfäden, die raushingen. Die aufgeriffelten Fasern entlang der Sofakante, wo Luna jeden Morgen als erstes hingeht. Der helle Stoff dunkel und fransig an einer Stelle, die man beim besten Willen nicht mehr verstecken konnte.

Meine Schwester sagte nichts. Sie setzte sich einfach. Aber ich wusste genau, was sie dachte.

Das ist nicht das einzige Mal, dass mich dieser Gedanke beschämt hat. Ich kenne auch das Gefühl, wenn der Kollege spontan vorbeikommen will und ich innerlich überlege, ob ich eine Ausrede finde. Ich kenne das Gefühl, morgens vor der Arbeit neue Kratzer zu entdecken und mit diesem Bild im Kopf in den Tag zu starten. Und ich kenne das Gefühl, abends heimzukommen und als erstes zu schauen, was Luna heute angestellt hat.

Dabei hatte ich wirklich alles versucht.

Ich heiße Sabine, ich bin 55 und arbeite in der Verwaltung, Vollzeit, meistens acht bis neun Stunden außer Haus. Ich lebe alleine mit meiner Katze Luna in einer Mietwohnung . 
Luna ist vier Jahre alt, eine Europäische Kurzhaarkatze, und sie liebt zwei Dinge auf dieser Welt von ganzem Herzen: auf meinem Schoß schlafen und meine Möbel zerkratzen.

Ich bin oft lange weg. Das wusste ich, als ich Luna genommen habe. Katzen schlafen viel, Katzen sind unabhängig, das sagten alle. Aber irgendwann fiel mir auf, was Luna mit all dieser Zeit alleine anfing. 
Der Teppich im Flur. Die Sofakante. Der Türrahmen. Überall diese Spuren, die zeigten: sie sucht irgendetwas. Irgendetwas, das reagiert, das sich verändert. 
Und weil sie den ganzen Tag nichts gefunden hatte, nahm sie eben das Nächstbeste. 
Mein Sofa.

Das Kratzen fing klein an. Irgendwann im ersten Jahr hab ich die ersten Kratzer an der Sofakante bemerkt. Ein paar Fäden. Nichts Dramatisches. 
Ich dachte: Das wird sich geben. Es gab sich nicht.

Ich kaufte den ersten Kratzbaum. Luna beschnupperte ihn, kratzte zweimal dran und ging zurück zum Sofa. Ich kaufte einen zweiten, größeren, mit Sisal. Gleiche Geschichte. Ich stellte ihn näher ans Sofa, weiter weg, in die Ecke, ans Fenster. Luna interessierte sich nicht dafür.

Dann kamen die Sprays. Zitrusduft, weil Katzen das angeblich hassen. 

Luna ignorierte das Spray und kratzte zwei Tage später direkt daneben. Ich habe Frischhaltefolie über die Sofakante gelegt. Luna kratzte darunter durch. Ich habe eine schwere Decke drübergelegt. Luna kratzte an den Seiten.

Und dann, irgendwann, habe ich sie auch noch angeschrien. Und die Wasserflasche geholt. 

Sie hat aufgehört, für den Moment. Was ich damals nicht wusste: Das war ein Fehler, der alles schlimmer gemacht hat. Ich habe nicht das Kratzen bekämpft. Ich habe die Bindung zwischen uns beschädigt. 

Jedes Mal wenn ich ins Zimmer kam, zog Luna sich kurz zurück. 

Nicht weil sie schuldig war. Sondern weil sie Angst hatte. Das habe ich erst viel später verstanden.

Irgendwann stand ich vor meinem Sofa, sah die Schäden an und dachte: Ich habe alles ausprobiert. 

Und es hat sich nichts geändert außer dem Sofa. Das sieht jetzt deutlich schlimmer aus als vorher.

"Alle Methoden haben bei meiner Katze versagt. Sie hat eigentlich alles was sie braucht. 

Aber nein, das alles ist ihr egal. Ich weiß nicht, was mit der Katze los ist. 

Sie lässt sich nicht davon abhalten." Ich habe diesen Satz einmal in einem Forum gelesen und gedacht: 

Das bin ich. Wort für Wort.

Irgendwann hört man auf zu suchen.

Es gibt diesen Punkt, an dem man aufhört. Nicht weil man sich keine Mühe gibt. 
Sondern weil jeder neue Versuch mit derselben Enttäuschung endet, und irgendwann schützt man sich einfach davor, noch mehr zu hoffen.

Ich hatte angefangen, Decken über die Armlehnen zu legen, wenn jemand ankam. 
Nicht weil es geholfen hätte. Sondern damit ich es nicht sehen musste. 
Und damit andere es nicht sahen. Es war peinlich. Nicht Luna war mir peinlich, ich liebe diese Katze. 
Aber das Sofa. Diese Spuren, die jeden der hereinkam sofort wissen ließen: Hier hat jemand alles versucht. Und nichts hat funktioniert.

Meiner Kollegin hatte ich einmal davon erzählt. Ihr erster Satz war: "Warum kaufst du dir eigentlich nicht einfach ein neues Sofa." Ich habe gelacht. Innerlich dachte ich: Wozu. Luna würde auch das neue zerkratzen.

Ich hatte mich damit abgefunden. Nicht wirklich, aber ich hatte aufgehört zu kämpfen. Man lebt einfach damit.

Warum kratzen Katzen überhaupt?

Irgendwann war ich so fertig mit allem, dass ich einfach verstehen wollte, warum Luna das tut. 
Nicht um es abzustellen. Ich hatte längst aufgegeben, daran zu glauben. 
Ich wollte es nur endlich verstehen.

Ich habe angefangen zu lesen. Foren, Artikel, alles Mögliche. Und was ich dabei herausfand, hatte mich überrascht.

Kratzen ist kein schlechtes Benehmen. Es ist Biologie. Katzen kratzen, weil sie ihre Krallen pflegen müssen und dabei abgestorbene Hornschichten abstreifen. 
Sie kratzen, weil sie dabei ihre Muskeln und Sehnen strecken, besonders nach dem Aufwachen. 
Und sie kratzen, weil sie über kleine Duftdrüsen in den Pfoten ihr Revier markieren. 
Das ist kein Angriff auf die Möbel. Das ist ein Tier, das tut, was es tun muss.

Das bedeutet auch: Das Kratzen werde ich nie wegbekommen. Das ist nicht das Ziel und das sollte es auch nicht sein. Das einzige was wirklich funktionieren kann ist, es umzuleiten. Auf das richtige Objekt, am richtigen Ort.

Und dann las ich etwas, das sich anfühlte wie der erste wirklich sinnvolle Satz seit Monaten. 

Katzen bevorzugen zum Kratzen Objekte an Orten, die für sie sozial bedeutsam sind. 

Also dort, wo der Mensch viel Zeit verbringt. Das Sofa steht im Mittelpunkt des Wohnzimmers, wo ich jeden Abend sitze. Katzen wählen solche Stellen, weil sie dort ihre Duftmarken am wirkungsvollsten setzen können. Das ist kein Zufall.

Dann braucht die Oberfläche eine Textur, die sich beim Kratzen angenehm anfühlt. 

Auch das erfüllt ein Sofa.

Aber das Dritte, und das war der Satz der bei mir alles verschoben hat: Das Objekt sollte bei jeder Berührung einen minimal anderen Widerstand bieten. 

Katzen scheinen Objekte zu bevorzugen, die auf ihre Berührung reagieren.

Das Gefühl, dass etwas passiert, dass sich etwas verändert.

Der Kratzbaum erfüllt das erste und das zweite.

 Aber am dritten scheitert er. Er ist immer gleich. Beim ersten Kratzen ist er neu. 

Nach einigen Wochen kennt das Gehirn der Katze ihn vollständig. 

Ein Objekt das sich nicht verändert, kann mit der Zeit seinen Reiz verlieren. Das Sofa hingegen verändert sich. Die Fasern geben nach. Die Textur wird rauer. Neue Fäden kommen raus. Es passiert etwas, jedes Mal. Für viele Katzen kann ein Sofa reizvoller wirken als ein statischer Kratzbaum

Das war der erste Moment, an dem ich verstanden hatte, warum alle meine bisherigen Versuche scheitern mussten.

Warum Bestrafung falsch ist.

Was ich außerdem las, ließ mich nicht mehr los.

Viel raten einheitlich davon ab, Katzen für das Kratzen zu bestrafen, egal ob anschreien, Wasserpistole oder Schimpfen. Das Grundbedürfnis wird dadurch nicht gelöst. 
Stattdessen kann es dazu führen, dass die Katze Angst entwickelt und die Bindung zum Halter leidet. Die Katze lernt nicht, wo sie kratzen soll. 
Sie lernt nur, dass der Moment unangenehm ist, wenn der Mensch im Zimmer ist.

Ich dachte an Luna, wie sie sich zurückgezogen hatte jedes Mal wenn ich in der Zeit der Wasserflasche ins Zimmer kam. Das war nicht eine Katze, die sich schuldig fühlte. Das war eine Katze, die Angst hatte. Und ich hatte das verursacht.

Luna hatte nichts Falsches getan. Sie hatte das Richtige gesucht, am falschen Ort. 
Und ich hatte sie dafür bestraft.

Das war das erste Mal seit Monaten, dass ich Luna nicht als Problem gesehen habe.

Auch Langeweile spielt eine Rolle.

Ich las weiter. Und irgendwann stieß ich auf etwas, das mich noch mehr traf als alles andere.

Wohnungskatzen, die viele Stunden alleine verbringen, suchen sich Reize. 
Wenn sie diese in ihrer Umgebung nicht finden, weichen sie auf das aus, was reagiert, was sich verändert. Den Teppich. Die Sofakante. Den Türrahmen. 
Langeweile und fehlende Auslastung kann ein  möglicher Faktor sein, der dazu beitragen kann, dass Katzen häufiger an Möbeln kratzen.

Das Kratzen an Möbeln ist also oft nicht nur ein Kratzbedürfnis. 
Es kann auch ein Zeichen sein, dass die Katze den ganzen Tag gewartet hat, und nichts in ihrer Umgebung wirklich auf sie reagiert hat.

Ich saß da und dachte an Luna, wie ich sie morgens verließ. 
Wie ich abends heimkam und die neuen Kratzer sah. 
Und wie ich nie in Betracht gezogen hatte, dass das vielleicht kein Angriff auf mein Sofa war. 
Sondern ein Tier, das sich beschäftigen wollte, und nichts Besseres gefunden hatte.

Das alles klang logisch. Aber was ich damit anfangen sollte, wusste ich immer noch nicht.

Bis zu diesem Dienstag in der Mittagspause.

Das Gespräch in der Kantine, das alles verändert hat.

Ich arbeite mit Miriam zusammen seit drei Jahren. Sie liebt ihre Katzen mehr als die meisten Menschen ihre Kinder. Zwei Britisch Kurzhaar, beide Rescue-Katzen, und sie postet öfter Fotos von denen als von sich selbst. Ich hab im Laufe der Zeit so viel über Katzenfutter, Katzenverhalten und Katzenpersönlichkeiten gelernt, nur weil ich manchmal neben ihr sitze. Wenn Miriam über Katzen spricht, hört man zu.
Wir essen manchmal zusammen Mittag. An diesem Dienstag saß ich ihr gegenüber, und sie merkte wohl, dass irgendwas nicht stimmte. Ich erzählte ihr von Luna. Von dem Sofa. Von allem was ich versucht hatte. Von dem Gefühl, es einfach aufgegeben zu haben.

Miriam hörte zu, ohne mich zu unterbrechen. Dann sagte sie: "Ich kenne das."

Sie erzählte mir von ihrer Katze Pepper. Dieselbe Geschichte. Kratzbäume, Sprays, Decken. 
Monatelanger Kampf, kein Ergebnis. Und das, obwohl Miriam wirklich weiß was sie tut. 
Wenn sie das nicht hingekriegt hatte, dann war es wirklich kein Anfängerfehler von mir.

"Das Problem ist nicht das Kratzen", sagte Miriam. "Das Problem ist, dass Pepper den ganzen Tag alleine war und nichts gefunden hat, das ihr wirklich etwas gab. Das Sofa war das Interessanteste in ihrer Wohnung. Nicht weil sie mein Sofa hasst. 
Sondern weil es das einzige Objekt war, das sich beim Kratzen veränderte."

Ich sagte ihr, was ich gelesen hatte. Die drei Kriterien. Den Kratzbaum der am dritten scheitert.

Sie nickte. "Genau. Und deshalb musst du ihr etwas geben, das dieses dritte Kriterium erfüllt. Etwas das sich verändert. Das nie genau gleich aussieht. Das Luna nie vollständig kennt."

"Und hast du das gefunden?", fragte ich.

Miriam zog ihr Handy raus und schob es mir rüber.

Was Miriam mir dann gezeigt hatte.

Auf dem Bild war Pepper. Vor einem runden, akkordeonartig gefalteten Ding aus Wellpappe. 
Körper geduckt, Ohren nach vorne, Blick fokussiert. Diese Körperhaltung, die ich so gut kannte. 
Wirklich dabei.

"Das ist die Kitty-Instinct Role von Fell-Luxus", sagte Miriam.

Sie erklärte es mir. Die Kitty-Instinct Role ist aus  Wellpappe gefertigt, akkordeonartig gefaltet, mit magnetischen Enden. Man kann sie in verschiedene Formen bringen: Donut, Knochen, Schüssel, Zylinder. Und wer zwei Rollen hat, kann sie einfach über die Magnetenden zusammenstecken, dann entsteht eine doppelt so große Spielfläche. 
Eine komplett andere Erfahrung für die Katze, mehr Formen, mehr Möglichkeiten, ohne dass man sofort etwas Neues kaufen muss. 
Im Inneren läuft ein Ball auf einer eigenen Bahn. Er rollt, verschwindet auf einer Seite, taucht auf der anderen wieder auf.

"Das Entscheidende ist die Oberfläche", sagte Miriam. "Jedes Mal wenn Pepper kratzt, verformen sich die Lamellen minimal. Die Struktur verändert sich . Es gibt keinen Reset.  
Das ist der Unterschied zu jedem anderen Kratzobjekt das ich je gekauft habe."

"Und wo hast du es hingestellt?", fragte ich.

"Direkt neben ihre liebste Kratzstelle", sagte Miriam. 
"Und neben ihren Schlafplatz. Katzen kratzen besonders oft nach dem Aufwachen, direkt wenn sie sich strecken. Wenn die Kitty-Instinct Role genau da liegt wo sie ohnehin hingeht, hat sie keinen Grund mehr, sich das Sofa zu suchen."

Dann sagte sie noch etwas, das ich mir sofort gemerkt habe. "In den ersten Wochen habe ich doppelseitiges Klebeband an die alten Kratzstellen am Sofa gemacht. 
Das Sofa wurde unangenehm, die Kitty-Instinct ´Role blieb angenehm. 
Keine Wasserflasche, kein Anschreien, keine beschädigte Bindung. 
Pepper hat einfach gelernt: Hier ist es besser."

Sie sah mich an. "Das Kratzen selbst wirst du nie wegbekommen. Das ist auch nicht der Sinn. 
Der Sinn ist, ihr einen Ort zu geben, der ihr mehr gibt als dein Sofa."

Ich habe es noch am selben Abend bestellt. Mit echter Neugier. Zum ersten Mal seit Monaten hatte mir jemand etwas erklärt, das wirklich Sinn ergab.

Was andere Katzenbesitzer berichten

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Was in dieser Stunde passierte, hatte mich selbst überrascht

Als das Paket ankam, war Luna sofort dabei. Schon beim Auspacken hat sie misstrauisch an der Außenseite der Schachtel geschnuppert, dann einen Schritt zurück gemacht, dann wieder einen Schritt vor.

Ich dachte: Das kenne ich. Drei Tage Interesse, dann liegt es in der Ecke.

Ich legte die Kitty-Instinct Role auf den Boden, in der Donut-Form, mit dem Ball im Inneren.

Luna umkreiste sie einmal. Zweimal. Nach dem ersten Stupser sah ich etwas, das ich lange nicht mehr bei ihr gesehen hatte: diese Körperhaltung. Schultern leicht nach vorne, Ohren aufgerichtet, fokussierter Blick.

Dann eine weitere Berührung mit der Pfote, und der Ball rollte los. 
Luna zog die Pfote zurück, wartete, lauschte. Streckte die Pfote wieder aus. 
Der Ball rollte erneut. Sie blieb dabei.

Was dann folgte, war anders als alles, was ich je bei ihr gesehen hatte. 
Sie hat nicht einfach gespielt, sie hat gearbeitet, gejagt. 
Mit beiden Pfoten in der Kitty-Instinct Role, schiebend, drückend, die Form verändernd, und dann hat sie innegehalten, die veränderte Form beschnuppert, und dann nochmal von vorne angefangen. 
Als ob sie etwas Neues entdeckt hätte.

Ich saß auf der Couch und schaute gespannt zu. Die Wohnung war still, abgesehen vom leisen Rollen des Balls. Luna spielte. Wirklich, konzentriert, mit dieser Körperspannung, die ich so lange nicht mehr gesehen hatte.

Irgendwann habe ich die zweite Kitty-Instinct Role dazugesteckt. Einfach die Magnetenden zusammengeführt. Luna hat kurz innegehalten, die neue größere Form umkreist, beschnuppert, und dann weitergemacht. Als wäre die Welt gerade ein bisschen größer geworden.

Die Kitty-Instinct Role liegt neben Lunas Lieblingsschlafplatz. 
Sie geht morgens nach dem Aufwachen zuerst dorthin. Das doppelseitige Klebeband klebt noch an der Sofakante, ich lasse es noch ein paar Wochen. 
Aber die Kratzer kommen seltener auf das Sofa. Sie kommen auf die Kitty-Instinct Role. 
Die Lamellen sind sichtbar verformt, manche Stellen tiefer als andere. Es sieht benutzt aus. 
Es sieht genutzt aus. Genau so soll es aussehen.
In meinem Fall wurden neue Kratzer deutlich seltener

Lass mich dir erklären warum das so gut funktionierte, genau so wie ich es verstanden habe

Miriam hatte mir das erklärt. Und je länger ich darüber nachdachte, desto mehr ergab es Sinn.

Katzen sind von Natur aus Jäger. Ihr gesamtes Nervensystem ist darauf ausgelegt, auf das Unbekannte zu reagieren. Nicht auf das Bekannte. 
Was sie kennen, kann schnell langweilig werden.

Und genau das passiert mit normalem Spielzeug. Nach zwei, drei Tagen hat das Gehirn der Katze es vollständig verstanden. Es ist keine Beute mehr. Also wird es ignoriert.

Was ich vorher nicht verstanden hatte: Das Kratzen an meinem Sofa war kein Anzeichen dafür, dass Luna bösartig war oder mich ärgern wollte. 
Es war ein Zeichen dafür, dass sie sich langweilte. Und dass das Sofa, das einzige Objekt in der Wohnung, das sich beim Kratzen sichtbar veränderte, das Interessanteste war, was sie finden konnte.

Langeweile und Kratzen hängen direkter zusammen, als ich dachte. 
Eine Katze, die ausgelastet ist, hat weniger Grund, sich an Möbeln zu vergreifen. 
Nicht weil man es ihr verboten hat, sondern weil sie etwas hat, das ihr mehr gibt.

Die Kitty-Instinct Role  verändert sich. 
Jede Berührung hinterlässt eine neue Form. 

Dazu der Ball in der Laufbahn: Er bewegt sich, verschwindet auf einer Seite, taucht auf der anderen wieder auf. Etwas ist hier, dann weg, dann woanders. Das ist kein Spielzeug-Ball. Das ist, aus Lunas Perspektive, eine Beute, die man nicht vollständig vorhersagen kann.

Und die Wellpappe-Oberfläche lädt täglich zum Kratzen ein. Kratzen ist kein schlechtes Benehmen. 
Es ist ein körperliches Bedürfnis, ein Stressventil, ein Instinkt. Wenn Luna dort kratzt, bekommt sie genau das, was sie am Sofa gesucht hat: ein Objekt, das reagiert, das sich verändert, das antwortet. 
Seitdem zeigt sie deutlich weniger Interesse am Sofa

Kein Strom. Keine Batterien. Keine App. Die Kitty-Instinct Role liegt einfach da, und sie tut, was sie tun soll, auch wenn ich nicht da bin. Und weil ich es 14 Tage risikofrei zurückschicken konnte, hatte ich nichts zu verlieren.

Kitty-InstinctRole vs. Normale Spielzeuge

Jagdinstinkt fordern statt langweilen

Alleine beschäftigen

Immer wieder neue Reize

Ohne Strom, Ohne Batterie

Was sich wirklich verändert hat.

Luna kratzt noch. Das war mir klar, und das ist auch gut so. 
Sie ist eine Katze. Sie wird kratzen bis ans Ende ihrer Tage.

Aber sie kratzt an der Kitty-Instinct Role

Ich empfange wieder Besuch ohne innerlich anzuspannen. Meine Schwester hat das Sofa beim letzten Besuch nicht angeschaut, zumindest nicht so. Es gibt keine Decken über den Armlehnen mehr. Keine Frischhaltefolie. Keine Wasserflasche auf dem Couchtisch. 

Und wenn ich morgens die Wohnung verlasse, weiß ich: Luna hat etwas, das sie wirklich beschäftigt. 
Ich gehe zur Arbeit, ohne dieses Bild im Kopf mitzunehmen. Ohne das Grübeln auf dem Weg. 

Das ist kein Machtkampf mehr. Das ist eine Katze, die tut, was Katzen tun, an dem Ort, der dafür gemacht ist.

Das klingt klein. Für mich war es alles.

Warum gerade jetzt ein guter Moment sein kann

Du arbeitest Vollzeit. Du bist viele Stunden außer Haus. Und wenn du abends nach Hause kommst, hast du oft nicht die Energie, die du dir wünschst.

Luna war den ganzen Tag alleine. Hat gewartet. Hat sich gelangweilt. Und du merkst es abends, an ihrem Blick, an den Spuren an der Couch.

Das ist kein Versagen. Das ist ein Alltag, den sehr viele Katzenbesitzer kennen.

Aber es ist auch genau der Moment, in dem eine kleine Veränderung einen großen Unterschied machen kann. Nicht mehr Zeit. Nicht mehr Aufwand. Sondern das richtige Objekt. Eines, das Lunas Gehirn auch dann beschäftigt, wenn du nicht da bist.

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Wichtiger Hinweis: Die hier geteilten Informationen basieren auf persönlichen Erfahrungen und dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Sie ersetzen keine professionelle tierärztliche oder verhaltenstherapeutische Beratung. Bei anhaltenden oder schwerwiegenden Verhaltensproblemen deiner Katze konsultiere bitte einen Tierarzt oder qualifizierten Katzenverhaltenstherapeuten.

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